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Bio

12. Oktober bis 2. November 2002
ESTER BÄTTIG
Neuigkeiten

Vernissage: Freitag, 11. Oktober, 19 Uhr
Tonstücke: Agnes Hunger, Christin Gisler

Öffnungszeiten: Do + Fr 16 bis 19 Uhr, Sa 13 bis 16 Uhr.
oder nach telefonischer Vereinbarung 062 844 46 16
ab Bahnhof Aarau Bus Nr. 2 Richtung Telli bis Delfterstrasse, Tellistrasse 118, im KiFF [ Plan ]

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Die aus Zürich stammende, in der Zentralschweiz lebende Ester Bättig zeigt ihre Arbeit erstmals in Aarau. Als Künstlerin mit Schwerpunkt Malerei und Zeichnung schafft die 41Jährige seit einigen Jahren hauptsächlich Gouachen auf Papier im Mittelformat, von denen im Kunstraum Aarau eine aktuelle Auswahl von 2002 zu sehen ist.
In den letzten Jahren sind fast ausnahmslos blaue Malereien entstanden, die seit diesem Jahr in einen Dialog mit Rot getreten sind. Diese farbliche Konfrontation führt die sehr offen angelegten Pinselmalereien in eine Dynamik mit Tiefgang: flimmernde Verdichtungen und ins Leere gekippte Raumstrukturen, in denen Energiefelder aufgebaut und mit Leichtigkeit wieder aufgehoben werden. Die Gouachen sind oft nahe bei der Zeichnung angesiedelt und befragen das Gefüge von Raum und Grenze. Als Erforschungen des Unerwarteten, jederzeit bereit für das Scheitern und das Wagnis zum ganz Anderen, verführen sie zu einem Blick über den Rand hinaus.
Durch die reduzierte Farbpalette findet Ester Bättig eine grossen Klarheit im Umgang mit bildnerischen Formulierungen. Das Weglassen, Reduzieren und Vereinfachen ist eine Herausforderung, der sie sich im Arbeitsprozess radikal aussetzt.
Neben diesen Blättern ist im Kunstraum eine kleine Sammlung von Wandobjekten (Gouache, Akryl, Folie) zu sehen, die als rhombusförmig verlaufende Papierbänder Leerräume umschliessen. Zum Bildträger geworden, hängen sie mit einer Raumtiefe bis zu 20cm spitzwinklig an der Wand. Sie sind als Bilder nur an den Rändern sichtbar, wo Innen und Aussen zusammenfallen. Diese Einrahmungen von Nichts sind als raumgreifende, bewegliche Papierarbeiten aus den Malereien herausgewachsen. In ihrer Position sind sie variabel und sie spielen mit dem wechselnden Lichteinfall.
Die ausgestellten BIldgruppen erzählen von der Suche nach Verdichtung und Klärung, nach neuen Ordnungen und Fragestellungen. Neben der fliessenden Weite ihrer Lineaturen gerinnen Inseln der Stille und breitet sich Ruhe aus. Durchlässig vibrieren die Gouachen und bilden wässrige oder tiefsatte Bewegungsmuster. Ester Bättig agiert in den Bildformaten wie in Kraftfeldern, sie spielt mit dem Augenblick und untersucht das was ist. Im Verwerfen, Umpolen und Befragen klärt sich die Gestik, um dann in einer leichten Drehung des Pinsels eine neue Spur zu finden, die alles andere hinter sich lässt...
Das künstlerische Schaffen von Ester Bättig hat sich kontinuierlich dahin entwickelt, mit reduziertem Einsatz der Mittel an Präzision und Aussagekraft zu gewinnen. Wo beginnt das Neue, wieviel vermag eine einzelne Linie zu tragen, wann beginnt das Bild zu atmen?
Im Kunstraum Aarau kommen die Werke miteinander ins Spiel, sie spiegeln sich und zeigen ihre fliessenden Nuancen: als Konzentrate einer Malerei, die im Dialog steht zwischen zwei Farben – blau und rot.