[ Programm 2002 ] [ 2001 ] [ 2000 ] [ 1999 ] [ 1998 ] [ 1997 ] [ 1996 ] [ Mail ] [ Plan ]

Biografie

MIRJAM STAUB

26. April bis 24. Mai 2002

"BLOW UP“

Eröffnung: Freitag, 26. April, 19.00 Uhr

KUNSTRAUM-Gespräch:
Donnerstag, 16. Mai, 19 Uhr, Moderation: Eva Bechstein

Öffnungszeiten:
Donnerstag und freitag, 16.00 - 19.00 Uhr
Samstag, 13.00 - 16.00 Uhr

"Es gibt Orte an denen man die Schuhe ausziehen muss und Orte, an denen man die Schuhe nicht ausziehen muss", notiert Mirjam Staub zu einer Fotoarbeit ihrer Werkgruppe "replay". Kunstorte sind öffentliche Orte, an denen man - in der Regel - die Schuhe anbehält. Diesen öffentlichen Raum bringt Mirjam Staub in Berührung mit Räumen der persönlichen Erinnerung, mit einer Welt jenseits grosser Gesten und Posen.

Für ihre Ausstellung im Kunstraum Aarau richtet Mirjam Staub einzelne Arbeiten der Werkgruppe "Blow up" (2000-2002) ein. Wir können die Akteurin der Fotos in die Badi, in den Wald, auf öffentliche Plätze, in den Zug, ins Café oder in die Küche verfolgen. Wir sehen sie morgens früh, in der Nacht oder am Mittag. Sie bewegt sich durch öffentliche und private Räume, befindet sich auf Reisen oder zu Hause, erscheint im Innen- und im Aussenraum.

Und immer und überall ist sie gerade dabei, einen grossen, weissen Ballon aufzublasen. Diese meditativ ausgeführte körperliche Tätigkeit - das Herstellen eines plastischen Gebildes mit dem Atem - erzeugt einen intimen Berührungspunkt zum Blick des Betrachters. Zugleich produziert der Ballon - als bildliche Leerstelle - formale Distanz. Aus dieser Doppeldeutigkeit ergibt sich die Möglichkeit, den Bildgegenstand mit Bedeutung, mit Geschichten und eigenen Erinnerungen aufzuladen. Thema wird die persönliche Wahrnehmung - und lässt so an den gleichnamigen Film von Antonioni denken. Der Ballon ist abstraktes Bildzeichen, das die Werkgruppe "Blow up" formal zusammenhält und ausserdem Distanz zwischen abgebildeter Person und Betrachtern schafft. Im nächsten Augenblick ist der Ballon aber wieder performatives, plastisches Gebilde und gibt Raum für unsere eigenen Tagträume, Phantasien und Geschichten.

Sabine Gebhardt Fink